Wie die Zeit vergeht … nun ist schon August und endlich schaffe ich es einen “Newsletter” zu schreiben.
Mittlerweile leben wir schon 2 Jahre in Japan und muessen noch ein weiteres Jahr “aushalten”. Welches Ziel uns die Navy dann vorgibt hat sich noch nicht entschieden. Wir ueberlegen noch, ob wir für weitere 4 Jahre in der Navy bleiben oder sie verlassen und uns in Denver, Colorado niederlassen um unser „Nomaden-Leben“ aufzugeben und ein Familienleben führen zu können. Dann müsste sich Joel dort einen Job suchen. Bis Ende diesen Jahres muss eine Entscheidung gefallen sein. Aus mehreren Gründen fällt uns die Entscheidung nicht leicht, beides hat einige Vor- wie auch Nachteile.

Im Mai waren wir endlich mal wieder in Deutschland (es ist immerhin 1 1/2 Jahre her, dass wir in Deutschland waren). Mein Vater und meine Schwester haben nun auch endlich Andrew persoenlich kennengelernt, meine Mutter hatte uns ja kurz nach seiner Geburt in Japan besucht. Alle waren am Flughafen …. Das Wiedersehen war sehr schoen. Leider war der Flug zu anstrengend fuer Andrew und er war nicht gut gelaunt. Aber es hat dann nur 1-2 Tage gedauert bis er sich von dem Jetlag erholt hat und hat seine Oma, Opa & Patentante direkt ins Herz geschlossen.

Natuerlich haben sie Andrew auch sehr verwoehnt.
Joel – der nebenberufliche ;-) Bierbrauer – hatte die Moeglichkeit eine Führung durch die “Frankenheim Brauerei” mitzumachen.
Diesmal konnte er auch endlich mal ein typisches Schuetzenfest miterleben, vorstellen konnte er sich darunter bisher nichts, wenn wir ihm davon vorgeschwärmt haben. Das große Highlight, das Neusser Schützenfest (im August), ist dann allerdings ein „Muss“ für die Zukunft . Schwiegervater Willy hat es sogar gemanagt, dass Joel einen Orden bekommen hat.

Da Joel leider nur fuer 10 Tage in Deutschland war, hatten wir nicht allzu viel Zeit Sachen zu unternehmen. Wir haben mit Sandra & ihrem Freund einen Tagesausflug nach Maastricht gemacht (wunderschöne Stadt –sehr empfehlenswert!). Dann hat uns mein Patenonkel mit seiner Familie für ein Wochenende besucht (vielen Dank, dass ihr den weiten Weg von Delmenhorst in den “Sueden” nicht gescheut habt!).

Meine Eltern hatten eine ganz tolle Idee und haben uns mit einem “Andrew – Baum” ueberrascht. Sie haben einen kleinen Apfelbaum, nun “Andrew – Baum”, in ihrem Garten eingepflanzt, der jetzt (hoffentlich) genauso waechst wie unser kleiner Andrew.
VIELEN DANK nochmal dafuer!
Nachdem Joel wieder zurueck nach Japan geflogen ist, bin ich noch weitere 3 Wochen geblieben. Da ich die Moeglichkeit hatte kostenlos Sachen ueber ein nahgelegenes U.S. Base zu verschicken, waren meine 3 Wochen gefuellt mit Kisten packen.
Ich moechte mich auch nochmal bei allen, die ich nicht gesehen habe, entschuldigen. Aber ich habe das Kistenpacken zu meiner Prioritaet

gemacht, da es eine einmalige Gelegenheit war einige Sachen nach Japan zu schicken. Denn wenn ich wieder zurueck in den USA bin, habe ich diese Moeglichkeit nicht mehr. Vielen Dank fuer Euer Verstaendnis.
Abgesehen von den Typhoons & Erdbeben geniessen wir den Sommer. Es ist schoenes Wetter, allerdings ist es sehr heiss und die Luftfeuchtigkeit ist unangenehm hoch. Davon lassen wir uns jedoch nicht beirren und schaffen es zumindest noch die nahe Umgebung zu erkunden – wie immer kennt man das ganze Land, aber nicht die nahe gelegenen Ziele! Außerdem lässt unser „Zeit-Manager“ Andrew noch keine größeren Touren zu. Wie gut, dass wir in den letzten 2 Jahren bereits den größten Teil Japans bereist haben.

Um auch ein bisschen was von Japans Traditionen zu erfahren habe ich an einer traditionellen japanischen „Tee-Zeremonie” teilgenommen Die Japaner sind ja bekanntermaßen sehr höfliche Menschen, dement- sprechend kann ich Euch nicht mehr genau sagen wie oft ich mich dabei verbeugt habe … ha ha ha! (Die japanische Teezeremonie (jap. __ chad_ oder sad_, dt. Teeweg; auch: ___ cha-no-yu, dt. heißes Wasser für Tee), auch bekannt als Teeritual, steht in ihrer zugrundeliegenden Philosophie dem Zen nahe. Es ist eine in ihrem Ablauf bestimmten Regeln folgende Zusammenkunft, bei der ein oder mehrere Gäste von einem Gastgeber Tee und leichte Speisen gereicht bekommen. Um dem Gast die Möglichkeit zur inneren Einkehr zu bieten, findet die Zusammenkunft in einem bewusst schlicht eingerichteten Teehaus statt).
Viele unser Freunde sind dieses Jahr zurueck nach USA gegangen, was wir sehr schade finden. Aber durch Joel’s Arbeit und Andrew’s Spielgruppen haben wir schnell neuen Anschluss gefunden.
Ich habe immer noch einmal im Monat meine “Girls Game Night” und die Jungs haben mit

einer “Poker Night” begonnen (zusaetzlich zu dem einmal woechentlich stattfindenden Stammtisch!!!). Zusätzlich gehe ich zu einem “Japanisch-amerikanischen Ehefrauen Club”, dort bringen uns die Ehefrauen der japanischen Kollegen deren Kultur näher. Sie lassen sich bei jedem Zusammentreffen was Neues einfallen (Letztes Jahr waren wir z.B. in dem Haus des fruehern Koenigs, was man normalerweise nicht zu sehen bekommt).
In seiner Freizeit beschäftigt sich Joel weiter mit dem Brauen seines eigenes Bieres (vom Schwarz- bis zum Weizenbier …). Falls er keinen Job finden sollte, kann er ja versuchen damit sein Geld zu verdienen … ...vielleicht sind wir dann ja schnell Millionäre ;-).
Da Andrew ihn selten lässt, hinkt er ein wenig hinterher mit seinem zweiten Hobby, dem schneiden von Filmen und Erstellen von DVD´s unserer Touren und der ersten erlebnisreichen Monate mit Andrew.

Unser grösstes Erlebnis dieses Jahr hatten wir, als Joel & ich den Mt. Fuji (den hoechsten Berg Japans) in einem Tag bestiegen haben. Joel brauchte 5 und ich 6 Stunden bis zur Spitze, zum Krater (es ging die ganze Zeit konstant steil über Lava und Steine nach oben). Runter war es leider auch keine Erholung, ich würde sagen fast noch anstrengender, da man auf dem Lava staendig ausgerutscht ist. Runter dauerte dann beim Joel nochmal 3 und bei mir 4 Std. Durch den Hoehenunterschied (der Mt.Fuji ist 3776m hoch) ging es mir leider nicht sehr gut (Kopfschmerzen & Uebelkeit) und ich kann Euch nur sagen, NIE WIEDER werde ich den Mt. Fuji besteigen.

Die Japaner sagen nicht zu Unrecht: “Wenn man in Japan ist, sollte mal den Mt.Fuji EINMAL besteigen, aber wer es ein zweites Mal macht, ist ein Narr”.
Trotzdem muss ich sagen, dass es eine ganz tolle Erfahrung war. Jetzt kann ich ganz stolz berichten, dass ich schon mal einen Berg bestiegen habe.
Nun zu unserem “Chef im Haus”. Andrew ist mittlerweile 10 Monate alt (kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht) und er ist stolzer Besitzer eines deutschen UND amerikanischen Reisepasses. Sprechen kann er allerdings nur Japanisch! So kommt es uns zumindest vor, denn verstehen koennen wir ueberhaupt nichts.
Er krabbelt mittlerweile durch das ganze Haus,

zieht sich an allem hoch, was ihm in den Weg kommt, fuettert sich selber mit kleinen Snacks (wenn Mama mal wieder zu langsam ist ;-) trinkt allein aus einer Schnabeltasse und bekommt gerade seinen ersten Zahn (deshalb ist er im Moment auch ein wenig unleidlich und manchmal auch sehr anhaenglich).
Er haelt uns definitiv auf Trab!!!! Aber es macht auch super viel Spass!
Besucher hatten wir dieses Jahr bisher nur meine Schwiegereltern (zweimal – im April & August).

Im September kommt fuer 10 Tage ein Freund vom Joel. Im Dezember planen wir wieder nach Neuss zu kommen.
Anfang August sind wir nochmal innerhalb des U.S. Stuetzpunktes/Base von einem nicht-renovierten in ein renoviertes Haus gezogen. Die Navy renoviert im Moment systematisch alle Häuser und nun war unseres an der Reihe. Dadurch, dass die Navy alles organisiert hat,

hatten wir mit dem eigentlichen Umzug nichts zu tun, außer ein paar Kisten die ich vorab gepackt habe. Nur das Einräumen war ein bisschen nervig, es dauert doch meistens länger als man denkt. Aber es ist endlich alles geschafft und wir geniessen jetzt unser frisch renoviertes Haus.
So, nun komme ich auch zum Ende dieses Newsletters. Jetzt seid ihr wieder auf dem neusten Stand im Leben der Ahlgrims’.
Ich habe wieder einige neue Bilder auf die Web-Site gesetzt (bzw.nun gibt es einen Link zu „Shutterfly“ wo wir all’ unsere Bilder draufgesetzt haben). Clickt rechts (neben dem Newsletter) auf „Photos“ - somit kommt ihr auf eine neue Seite (von Shutterfly) - da werdet ihr nach dem Passwort gefragt - wenn ihr dieses eingegeben habt seht ihr all unsere Alben - clickt eins an und ihr koennt ihr euch die Bilder in den Alben angucken (in den einzelnen Alben habt ihr die Moeglichkeit euch die Bilder mit einer Slideshow anzugucken).Viel Spass!
www.ahlnews.us
Macht es gut und bis bald mal wieder.

Die Ahlgrims